Förderungen für den Bau von Wohnungen gefährdet

Städtische Baumpflanzaktion behindert Wohnungsbau und Energiewende. Ein Fall aus der täglichen Praxis.

Die Stadt München plant für den Klimaschutz die Pflanzung von 150 großen Bäumen in der Innenstadt. Die Kosten liegen pro Baum u.a. wegen des hohen Aufwandes infolge unterirdischer Leitungen, Spezialkonstruktionen und Nachfolgekosten bei 75.000 € bis 95.000 € pro Baum. Insgesamt somit bei über 10 Mio. €. Aus diesem Grund ist das Projekt haushaltspolitisch umstritten, da im städtischen Haushalt die finanziellen Mittel für andere wichtige Projekte wie Infrastruktur, Schulen, Kitas etc. bereits jetzt nicht mehr vorhanden sind.

Hausanschlüsse für Fernwärme werden behindert

Unbekannt und daher bislang in der öffentlichen Diskussion nicht thematisiert ist der Umstand, dass durch die Baumpflanzungen zahlreiche Fernwärmeanschlüsse von Mehrfamilienhäusern in der Innenstadt verhindert werden, weil die Bäume in der künftigen Trasse der Hausanschlussleitungen für die Fernwärme stehen werden und dann beim beabsichtigten Anschluss des Hauses an die in der Straße verlaufende Fernwärmeleitung nicht mehr beseitigt werden dürfen, weil sie bereits bei der Pflanzung so groß sind, dass sie unter die Münchner Baumschutzverordnung fallen.

Beispielhaft ein Fall aus unserer täglichen Praxis: Ein Hauseigentümer beabsichtigt auf seinem Grundstück in der Innenstadt die Errichtung von 15 Mietwohnungen mit Kosten in Höhe von 5 Mio. €. Die Rentabilität und damit die Realisierbarkeit des Vorhabens lässt sich nur bei Gewährung von öffentlichen Fördermitteln darstellen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Klimaneutralität des Gebäudes. Diese lässt sich in vorliegendem Fall nur durch einen Fernwärmeanschluss herstellen.

Nachdem unser Mitglied von der beabsichtigten Baumpflanzung in der Straße vor seinem Gebäude erfahren hatte, verlangte er von der Stadt bzw. den Stadtwerken eine Zusicherung, dass die Bäume den künftigen Fernwärmeanschluss seines Hauses nicht verhindern. Eine entsprechende Bestätigung wurde von der Stadt verweigert, ebenso Verhandlungen über eine Abstimmung der Baumpflanzungen mit dem künftigen Hausanschluss.

Nach umfangreichem Schriftverkehr erhielt unser Mitglied am 03.09.2026 lediglich ein Schreiben der Stadtwerke München in dem folgendes mitgeteilt wurde: „Wir können Ihnen nicht zusagen, dass die geplanten Bäume die spätere Verlegung einer Fernwärmetrasse nicht beeinträchtigen werden“.

Fazit:

Ohne Fernwärme keine Klimaneutralität. Ohne Klimaneutralität keine Förderung. Ohne Förderung kein Bau von Wohnungen.

Rechtsanwalt Rudolf Stürzer,
Vorsitzender Haus + Grund München

HAUS + GRUND MÜNCHEN

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