IVD-Mietmarktbericht Bayern: Knappes Angebot, hohe Nachfrage – Mieten legen zu

Das Marktforschungsinstitut des IVD Süd e.V. hat kürzlich den traditionellen Marktbericht „Wohnimmobilien Mietobjekte Bayern und Landeshauptstadt München Frühjahr 2026“ vorgestellt. Der Bericht gibt Auskunft über aktuelle Mietpreise sowie Markttrends auf dem bayerischen Mietmarkt.

„Die Neubautätigkeit in Bayern – insbesondere in München – bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück. Sinkende Fertigstellungszahlen treffen auf eine weiterhin steigende Nachfrage. Gleichzeitig verschärft eine unzureichende und teilweise fehlgesteuerte Förderung die Situation zusätzlich. Ohne eine nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen – insbesondere durch verlässliche Förderstrukturen und eine stärkere Ausrichtung auf Hochbedarfsregionen – ist kurzfristig keine Entspannung am Wohnungsmarkt zu erwarten“, so Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts.

Das Mietpreisniveau für Wohnungen und Häuser ist bayernweit im Frühjahr 2026 gegenüber Herbst 2025 weiter gestiegen. Lag die durchschnittliche Mietsteigerung in der vorherigen Erhebung noch bei +1,6 %, betrug sie im Frühjahr 2026 +1,4 %.

Im Halbjahresvergleich Herbst 2025 zu Frühjahr 2026 zeigten sich bei Wohnungsmieten folgende Entwicklungen:

  • Altbau: +2,5 % (Herbst 2025: +0,8 %)
  • Bestand: +2,3 % (Herbst 2025: +1,6 %)
  • Neubau: +1,3 % (Herbst 2025: +2,0 %)

Bei Häusern zur Miete fielen die Anstiege etwas moderater aus:

  • Reihenmittelhäuser Bestand: +0,6 %
  • Reihenmittelhäuser Neubau: +1,0 %
  • Doppelhaushälften Bestand: +1,0 %
  • Doppelhaushälften Neubau: +0,9 %

Mietmarkt bleibt angespannt

„Parallel zur gedämpften Nachfrage im Kaufsegment hat sich der Druck auf dem Mietmarkt in den bayerischen Groß- und Mittelstädten weiter verstärkt“, analysiert Florian Schreck, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des IVD Süd.

Die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt kontinuierlich, während das verfügbare Angebot nicht ausreichend mithalten kann. Die Neubautätigkeit bleibt zu gering, um eine spürbare Entlastung herbeizuführen.

Als Ursachen nennt der IVD:

  • gestiegene Baukosten
  • verschärfte Finanzierungsbedingungen
  • umfangreiche regulatorische Vorgaben

Zudem gelangt ein erheblicher Teil der neu errichteten Wohnungen nicht in den Mietmarkt, da diese entweder von Eigennutzern erworben werden oder dem hochpreisigen Segment zugeordnet sind.

Besonders angespannt bleibt die Lage im unteren und mittleren Preissegment.


Landeshauptstadt München

Die Mietpreise in München entwickelten sich im Frühjahr 2026 dynamischer als in der vorherigen Erhebung.

Im Vergleich Herbst 2025 zu Frühjahr 2026 lagen die Mietsteigerungen zwischen +1,3 % und +3,0 %.

Die stärksten Zuwächse:

  • Neubau-Doppelhaushälften: +3,0 %
  • Neubauwohnungen: +2,8 %
  • Neubau-Reihenmittelhäuser: +2,1 %

Bestandsobjekte entwickelten sich moderater:

  • Altbauwohnungen: +1,3 %
  • Bestandswohnungen: +1,4 %
  • Doppelhaushälften Bestand: +1,4 %
  • Reihenmittelhäuser Bestand: +1,7 %

Die Nachfrage nach Mietraum bleibt aufgrund von Bevölkerungswachstum und Zuzug weiterhin sehr hoch. Gleichzeitig sinkt die Neubautätigkeit weiter.


Fördermittel reichen nicht aus

Neben steigenden Baukosten und schwierigen Finanzierungsbedingungen belastet die starke Kürzung der Fördermittel den Wohnungsbau zusätzlich.

Laut Medienberichten sanken die Mittel für die einkommensorientierte Förderung (EOF) in München im Jahr 2025 auf nur noch rund 29 Millionen Euro. In den Jahren zuvor lagen diese Werte zwischen 80 und über 200 Millionen Euro.

Die Folge:

Im Jahr 2025 konnten in München lediglich 83 neue Sozialwohnungen gefördert werden.

Prof. Stephan Kippes kritisiert die Fördermittelverteilung deutlich:

„Es ist eine völlig falsche Priorisierung, dass Mittelfranken viermal so stark gefördert wird wie der absolute Hotspot München. Das Löschwasser muss dahin, wo es brennt.“

Entwicklung ausgewählter Städte

Landshut

Die Nachfrage nach Mietwohnungen bleibt sehr hoch. Das Angebot kann mit dem Bedarf nicht Schritt halten. Besonders das mittlere Preissegment ist stark nachgefragt.

Nürnberg

Preisgünstiger Wohnraum bleibt knapp. Besonders gefragt sind Drei- bis Vierzimmerwohnungen für Familien. Die Mietpreisdynamik hat sich zuletzt etwas abgeschwächt.

Schweinfurt

Das Mietangebot bleibt begrenzt. Neubauten kommen nur in geringem Umfang auf den Markt. Gleichzeitig werden Modernisierungen und Sanierungen aufgrund hoher Kosten zunehmend zurückgestellt.

Würzburg

Der Wohnungsmangel verschärft sich weiter. Die Konkurrenz unter Mietinteressenten nimmt zu, während die Qualität der angebotenen Wohnungen teilweise sinkt.


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