„Nach zwei äußerst schwachen Jahren 2023 und 2024 mit stark rückläufigen Baugenehmigungszahlen war 2025 im Bayern-Trend erstmalig wieder ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten, der sich in den ersten drei Monaten 2026 fortsetzte“, erklärt Prof. Stephan Kippes.
Dieser Aufschwung könne zwar als positives Signal gewertet werden, dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Genehmigungszahlen weiterhin deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf liegen.
Besonders kritisch sei die Situation in München.
Bayern zeigt leichte Erholung
Während 2022 bayernweit monatlich noch rund 5.400 Wohnungen genehmigt wurden, sank dieser Wert deutlich:
- 2023: rund 4.100 Wohnungen pro Monat
- 2024: rund 3.400 Wohnungen pro Monat
2025 konnte erstmals wieder ein leichter Anstieg verzeichnet werden:
- rund 3.700 Wohnungen pro Monat
- +7,4 % gegenüber 2024
Im ersten Quartal 2026 setzte sich dieser Trend fort:
- knapp 4.100 Genehmigungen pro Monat
- +11 % gegenüber dem Vorjahr
Damit erreichten die Werte wieder ungefähr das Niveau von 2023.
München entwickelt sich gegen den Trend
Während Bayern insgesamt leichte Verbesserungen zeigt, verschlechterte sich die Lage in München erneut.
2025 wurden durchschnittlich nur noch 447 Wohnungen pro Monat genehmigt.
Im ersten Quartal 2026 sank dieser Wert weiter auf:
- 315 Wohnungen pro Monat
- -29,6 % gegenüber 2025
Der ohnehin bereits schwache Wohnungsneubau in der Landeshauptstadt entwickelt sich damit weiter rückläufig.
Weitere Maßnahmen notwendig
Nach Einschätzung des IVD reichen die aktuellen Entwicklungen nicht aus, um den Wohnraumbedarf in Bayern zu decken.
„Insgesamt bedarf es weiterer gezielter staatlicher Maßnahmen, um den Wohnungsbau in Bayern maßgeblich anzukurbeln“, so Prof. Kippes.
Besonders München zeige eindrucksvoll, dass positive Entwicklungen auf Landesebene nicht automatisch dort ankommen, wo der Bedarf am größten ist.
Mieten in den bayerischen Großstädten legen spürbar zu
Der Druck auf dem Mietmarkt nimmt weiter zu. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des IVD-Marktforschungsinstituts zu den bayerischen Großstädten.
Untersucht wurden durchschnittliche Mietpreise für Bestandswohnungen (Baujahr ab 1950) mit gutem Wohnwert.
München bleibt mit Abstand teuerste Stadt Bayerns

Mit durchschnittlich 21,90 Euro pro Quadratmeter bleibt München Spitzenreiter.
Gegenüber 2016 entspricht dies einem Anstieg von 47 Prozent. Damals lag das Mietniveau noch bei 14,90 Euro pro Quadratmeter.
Entwicklung in den Großstädten
Die Mietsteigerungen der vergangenen zehn Jahre:
- München: +47 %
- Würzburg: +45 %
- Fürth: +38 %
- Augsburg: +37 %
- Nürnberg: +33 %
- Regensburg: +32 %
- Erlangen: +24 %
Eine Ausnahme bildet Ingolstadt:
Dort stiegen die Mieten lediglich von 11,60 Euro auf 11,70 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von rund einem Prozent.
Angebot bleibt knapp
Der IVD sieht die Ursache weiterhin in der hohen Nachfrage bei gleichzeitig zu geringem Angebot.
Viele Neubauwohnungen gelangen nicht in das bezahlbare Mietsegment, da sie:
- von Eigennutzern gekauft werden
- dem hochpreisigen Segment zugeordnet sind
Gleichzeitig werden Modernisierungen und Sanierungen im Bestand aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten zunehmend zurückgestellt.
Der Verband sieht deshalb weiteren Handlungsbedarf, um bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern.während die Qualität der angebotenen Wohnungen teilweise sinkt.
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